Gesellschaftsrecht

1. Überblick

Grundlegend ist zwischen sog. Personen- und Kapitalgesellschaften zu unterscheiden. Kennzeichnendes Merkmal der Personengesellschaften und des Einzelkaufmanns ist die persönliche Haftung der Gesellschafter. Grundsätzlich haften und handeln alle Gesellschafter gemeinsam.
Bei Kapitalgesellschaften haftet demgegenüber nur das rechtlich verselbstständigte Gesellschaftsvermögen als sog. juristische Person. Die Vertretung erfolgt durch deren Organe (Geschäftsführer/Vorstand).

2. Personengesellschaften

Zu den Personengesellschaften gehören u.a. die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR oder BGB-Gesellschaft), die Offene Handelsgesellschaft (OHG) und die Kommanditgesellschaft (KG). Freiberufler haben außerdem die Möglichkeit sich in einer Partnerschaftsgesellschaft zusammenzuschließen.
Die Rechtsverhältnisse einer Personengesellschaft unterliegen nur geringen for­mellen Anforderungen. Eine Personengesellschaft kann z.B. bereits dadurch ent­stehen, dass mehrere Personen gemeinsam handeln. Schriftliche Regelungen sind also nicht erforderlich, aber unbedingt empfehlenswert, da die gesetzlichen Re­gelungen dem konkreten Sachverhalt häufig nicht gerecht werden. Hierbei ist qualifizierte juristische Beratung unverzichtbar, um die Grundlagen des Unternehmens rechtssicher zu gestalten.
Alle Personengesellschaften, die ein Handelsgewerbe betreiben, sind verpflichtet sich in das zuständige Handelsregister eintragen zu lassen. Die Handelsregister­anmeldung bedarf der notariellen Beglaubigung und wird vom Notar in elektro­nischer Form beim zuständigen Handelsregister eingereicht.

3. Kapitalgesellschaften

Die in Deutschland bedeutendsten Kapitalgesellschaften sind die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) wozu auch Unternehmensgesellschaft (haftungsbeschränkt) gehört, und die Aktiengesellschaft (AG).
Auch bei den die in jüngster Vergangenheit verstärkt ins Blickfeld geratenden ausländischen Gesellschaften wie der englischen „Limited“ oder die niederländi­sche „B.V.“ handelt es sich um Kapitalgesellschaften. Dies hat erheblichen administrativen Aufwand sowie kostenintensiven Beratungsbedarf zur Folge.
Alle wesentlichen Rechtsvorgänge bei deutschen Kapitalgesellschaften (Gründung, Wechsel von Gesellschaftern, die Änderung des Gesellschaftsvertrages, Eintragungen im Handelsregister) bedürfen der notariellen Form, was eine umfassende Betreuung und Beratung durch den Notar zu gesetzlich vorgeschriebenen Kosten ermöglicht. Satzungstexte werden kostenfrei durch den Notar zur Verfügung gestellt, soweit der Notar mit der Gründungsbeurkundung beauftragt ist.

4. Umstrukturierungen

Die Unternehmensstruktur hängt von vielen Rahmenbedingungen ab. Es sind die steuerrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen, kostenrechtlichen und betriebswirt­schaftlichen Vor- und Nachteile abzuwägen und eventuelle Krisensituationen der Gesellschafter oder des Unternehmens zu bedenken. Das Gesetz eröffnet viele Möglichkeiten von einer Unternehmensform in die andere zu wechseln, die vom Notar zusammen mit anderen Beratern begleitet werden.